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Mit «ffmpeg» Videodateien für eine DVD vorbereiten
Aktualisiert: 16.06.2007
Mit «ffmpeg» Videodateien für das Brennen auf VCD, SVCD oder DVD präparieren
Linux besitzt mit «ffmpeg» ein äusserst mächtiges Werkzeug, mit dem sich Video- und Audio-Dateien auf der Kommandozeile schnell und einfach bearbeiten lassen. mit einem einzigen Befehl lässt sich eine beliebige Videodatei ins Format DVD (-target pal-dvd), SVCD (-target pal-svcd) oder VCD (-target pal-vcd) umwandeln.
ffmpeg -i datei1 -target pal-dvd -vol 500 datei2 ffmpeg -i datei1 -f mjpeg -vframes 1 -ss 2 -s 200x150 bild1.jpg
Der erste Befehl ist selbsterklärend. Mit dem Befehl -vol wird die Lautstärke bei zu leisen Audioquellen angehoben, wobei der Grundwert, der keine Änderung bewirkt 256 ist; ein höherer Wert hebt und ein tieferer Wert senkt die Lautstärke. Mit dem zweiten Befehl entzieht man dem Film ein Frame und speichert dieses als kleines Bildchen, welches man später für ein allfälliges Menü verwenden kann. Der Zusatz «-f mjpeg» bestimmt das Bildformat (ein jpg in diesem Beispiel) und «-vframes 1 -ss 2» bestimmt, dass ein einziger Frame nach zwei Sekunden Spielzeit herausgezupft werden soll. Wenn man bereits weiss, wie gross die anwählbaren Menüknöpfe werden sollen, dann kann man das Bild mit der Angabe -s 200x150 gleich zusammenschrumpfen, wobei der erste Wert (die Breite des BIldes) bestimmend ist und der zweite proportional angepasst wird.
Anbei noch eine kleine Liste mit den aktuellen PAL-Vorgaben:
- DVD (MPEG1/2-Standard): 720x576, Bildpunkte, 25 Bilder pro Sekunde,variable Bitrate für Video ist erlaubt, MPEG1 Layer 2 mit 48.0 kHz und 224 kbit/s variable Bitrate für Audio (8 Tonspuren).
- SVCD (MPEG2-Standard): 480×576 Bildpunkte, 25 Bilder pro Sekunde, maximal 2600 bit/s variable Bitrate für Video ist erlaubt, von 32–384 kbit/s MPEG-1 Layer 2 oder MPEG-2 mit bis zu 2 Audio Spuren für Audio (Mono oder Stereo, zwei Sprachversionen und bis zu 4 Untertitel sind möglich).
- VCD (MPEG1-Standard): 352×288 Bildpunkte, 25 Bilder pro Sekunde, 1150 kbit/s konstante Bitrate für Video, 224 kbit/s MPEG-1 Layer 2 exakte Bitrate für Audio.
Mit «ffmpeg» Video- und Audiodateien trennen und zusammenfügen
Beim Kopieren von alten VHS-Videokassetten oder anderen veralteten Quellen kann es vorkommen, dass trotzt Stereo nur auf einer Tonspur etwas zu hören ist. In diesem Falle müssen Ton und Video getrennt und nach der Bearbeitung der Tonspur (am besten mit Audacity) wieder zusammengefügt werden. Dies geschieht in diesen drei Befehlen.
ffmpeg -i datei.mpg -vn -acodec copy datei.a52 ffmpeg -i datei.a52 datei.wav ffmpeg -i datei.mpg -i datei.wav -map 0:0 -map 1:0 -target pal-dvd -vol 500 film.mpg
Der erste Befehl koppelt den Videoteil vom Audioteil ab (-vn) und kopiert die Audiodatei unverändert (-acodec copy) in eine separate Datei. In diesem Beispiel wird davon ausgegangen, dass eine alte VHS-Kassette mit Hilfe eines DVD-Rekorders auf eine DVD gebrannt wurde, die Dateien also bereits im Format mpeg (Video) und a52 (Audio) vorliegen. Der zweite Befehl wandelt die a52-Datei in eine wav-Datei um, damit sie von Audacity gelesen werden kann. Der dritte Befehl schliesslich fügt die beiden Datein wieder zusammen, weist ihnen die korrekten Maps zu (0:0 für die Videospur und 1:0 für die Tonspur) und erhöht abschliessend noch den zu leisen Ton.
Fertig! Nun können die präparierten Dateien mit Hilfe von DVDStyler zu einer wunderbaren DVD mit Menü zusammengesetzt und auf CD oder DVD gebrannt werden.

