Linux
Metadaten
Aktualisiert: 20. Juli 2008
Exif-Metadaten mit Matthias Wandels «jhead» bearbeiten
Mit dem Programm «jhead» lassen sich die Exif-Daten eines Bilder wuderbar nachbearbeiten. Dies kann durchaus nötig sein, denn die aktuellen Programme zur Bildbearbeitung sind nicht über alle Zweifel erhaben und speichern die Metadaten bisweilen nicht immer korrekt ab.
Gesamten Exif-Header neu generieren
Beim Bearbeiten von Bildern mit Programmen wie z. B. Photoshop gehen beim Abspeichern die Exif- Metadaten meist vollständig verloren, und beim Scannen werden meistens gar keine Metadaten gespeichert. Hier hilft «jhead» wunderbar weiter. Man kann sich entweder einen ganz neuen Exif-Header (-mkexif) mit Vorschaubild (-rgt) erstellen (Beispiel 1) oder aber die Exif-Daten des Originalbildes – das man hoffentlich noch besitzt! – oder irgendeines anderen Bildes in das Exif-lose Bild hineinkopieren (Beispiel 2) lassen.
jhead -mkexif -rgt bild jhead -te originalbild neuesbild
Die im Bild eingebettete Miniaturvorschau manipulieren
Für die Veröffentlichung von Bildern im Internt ist es äusserst angenehm, dass der Exif-Standard das Schreiben einer integrierten Miniaturvorschau im Header des eigentlichen Bildes erlaubt. Dieses kleine Thumbnail wird von den Kameras hauptsächlich dazu benutzt, um eine schnelle Vorschau auf den eingebauten LCD-Monitoren zu ermöglichen. Die Grösse scheint dabei von Kamera zu Kamera verschieden zu sein und hat gemäss Exif Version 2.2, April 2002 auch keine Grössenbeschränkung. Diese Miniaturansicht kann mit «jhead» äusserst einfach extrahiert (Beispiel 1) oder neu generiert (Beispiel 2) werden.
jhead -st name_thumbnail name_bild jhead -rgt bild
Die Angabe der Dimensionen kann weggelassen werden, da «jhead» die oben erwähnte DCF-Standard berücksichtigt. Manche Digitalkameras speichern ein sehr stark komprimiertes und daher unansehliches Thumbnail, welches durch die Aktualisierung mit «jhead» verbessert wird.
Bei der Neugenerierung des Vorschaubildes ist zu beachten, dass im Exif-Header bereits ein Vorschaubild vorhanden sein muss. Ist dies nicht der Fall, hat man nur zwei Möglichkeiten (siehe oben): entweder man erstellt den Exif-Header inklusive Vorschaubild ganz neu und zerstört damit bereits vorhandene, korrekte Metadaten oder man holt sich den Exif-Header eines anderen Bildes, was ebenfalls bereits vorhandene, korrekte Metadaten löscht. Im Zusammenspiel mit dem «exiftool» lösen sich die Probleme mit der Miniaturvorschau jedoch in Luft auf.
Das Kommentarfeld «Comment» bearbeiten
Das Exif-Kommentarfeld lässt sich mit «jhead» auf drei verschiedene Arten manipulieren. Ist bereits ein Kommentar im Exif-Header vorhanden, dann lässt sich dieser mit dem im System als Standard definierten Editor – unter Linux wäre dies «vi» – nachbearbeiten (Beispiel 1). Ist das Kommentarfeld noch leer oder soll ein neuer Kommentar eingefügt werden, dann lässt sich dieser entweder direkt auf der Kommandozeile eingeben (Beispiel 2) oder aus einer externen Textdatei importieren (Beispiel 3).
jhead -ce bild jhead -cl "..." bild jhead -ci textdatei bild
Zu beachten ist, dass es innerhalb des Exif-Headers zwei ganz ähnliche Felder für die Bildbeschreibung gibt: «ImageDescription» und «UserComment». Ersteres sollte nur den Titel des Bildes beinhalten, letzteres kann eine ausführliche Beschreibung oder eine Reihe Keywords aufnehmen; dies ist auch das Feld, welches mit «jhead» bearbeitet werden kann. Desweitern gibt es auch noch das Feld Comment, in dem das gleiche stehen kann wie in UserComment.
Exif-Daten exportieren
Die Angaben des Exif-Headers lassen sich auf der Kommandozeile mit Hilfe einiger Pipes einfach formatieren und in eine Datei exportieren.
jhead grossebild.jpg | cut -d: -f2 | sed 's/^ //g' > metadaten.txt

